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Letter of Intent im EXIST-Antrag: Aufbau, Tipps und der Wert individueller LOIs

Wie du überzeugende LOIs schreibst, die echte Markttraction beweisen – und warum jeder anders aussehen muss.

EXIST
LOI
Validierung
Julia Yukovich
Julia YukovichCo-Founder + CEO
·28. Juni 2026·
7 Min. Lesezeit
·Aktualisiert

Auf einen Blick

Ein LOI ist eine unverbindliche Absichtserklärung, die Gutachtern zeigt, dass deine Idee konkrete Unterstützung aus dem Markt hat – keine rein theoretische Nachfrage.
Für B2B-Anträge: Strebe mindestens drei bis fünf LOIs mit echten Firmenbriefköpfen und Unterschriften an.
Jeder LOI sollte visuell eigenständig sein – identische Templates signalisieren Massenmail, keine echte Partnerschaft.
Schritt für Schritt
1

5-8 realistische Partner auflisten

Wähle benannte potenzielle Kund:innen oder Partner, die deine Lösung glaubwürdig nutzen würden - idealerweise einige wiedererkennbare Namen. Für B2C listest du Multiplikatoren, keine Endnutzer:innen.

2

Einseitige Interessensbekundung vorausfüllen

Passe die Vorlage je Partner an: ihr Logo und ihre Farben, zwei Sätze zum konkreten Nutzen und eine ausdrückliche Unverbindlichkeitsklausel. Nenn es 'Interessensbekundung', nicht 'Letter of Intent'.

3

Kurze, freundliche Anfrage senden

Schick die bearbeitbare Datei mit einer Zeile Kontext - eine unverbindliche Interessenserklärung für eine Forschungsförderung - und bitte um Briefkopf und Unterschrift. Mach es zu einem Fünf-Minuten-Gefallen.

4

Nachfassen und Unterschrift einsammeln

Hak nach einer Woche höflich nach. Akzeptiere eine gescannte oder digitale Unterschrift mit Ort, Datum, Name und Funktion. Beginne Wochen vor der Frist - Konzern-Unterschriften sind langsam.

1. Was ist ein Letter of Intent?

Ein LOI ist eine unverbindliche Absichtserklärung zwischen zwei Parteien, die vor Abschluss eines Hauptvertrags die Eckpunkte der Zusammenarbeit festhält. Für den EXIST-Antrag gilt: Mindestens drei LOIs von potenziellen Kunden oder Partnern zeigen, dass echtes Interesse besteht und deine Idee marktfähig ist. Das ist für B2B-Geschäftsmodelle relevant. Bei B2C benötigst du andere Nachweise für den Marktbedarf – Umfragen, Voranmeldezahlen oder Zahlungsbereitschaftsdaten.

Kostenlose LOI-Vorlage (.docx)

Lade unsere fertige Word-Vorlage herunter. Trage deine Firmendaten ein, passe den Fließtext je Partner an und hole echte Unterschriften.

2. Warum sind LOIs im EXIST-Antrag so wichtig?

Gutachter suchen nach greifbaren Nachweisen. LOIs belegen echte, konkrete Absichten seitens der Wirtschaft und reduzieren das wahrgenommene Risiko deines Projekts. Ohne LOIs wirkt selbst die beste Idee theoretisch und weniger überzeugend — das EXIST-Ideenpapier verlangt mindestens drei benannte Kundengespräche. Ein LOI zeigt auch, dass du auf Menschen zugehen, Gespräche mit deinem relevanten Kundenstamm führen und eine Unterschrift einholen kannst.

Beispiel EXIST-Briefkopf
EXIST selbst hat zum Beispiel auch einen Briefkopf mit allen für EXIST relevanten Logos. In der Fußzeile befinden sich Kontaktdaten und Adresse – ein nützliches Referenzformat für dein eigenes LOI-Layout.

3. Was gehört in einen LOI?

Ein standardisierter LOI enthält: Parteien (dein Startup und das Partnerunternehmen), Zweck und Gegenstand (Kurzbeschreibung des Projekts oder der Dienstleistung), Vertraulichkeit (Hinweis, dass alle Details vertraulich behandelt werden), Prüfprozess (Zeitrahmen für technische und rechtliche Prüfung), Rechtswirkung (Klarstellung, dass keine bindende Verpflichtung entsteht) und Unterschriften (Ort, Datum, Unterschrift beider Seiten).

Setze eine klare Betreffzeile, z. B. 'Letter of Intent zur Zusammenarbeit mit [Unternehmensname]'.
Formuliere knapp, welche Leistungen du anbieten willst und welchen Mehrwert das Partnerunternehmen hat.
Verweise auf mögliche nächste Schritte, z. B. ein Kick-off-Meeting oder technische Prüfung.

4. Wie machst du jeden LOI überzeugend?

Damit deine LOIs maximal überzeugen, sollten sie nicht alle identisch aussehen. Jede Absichtserklärung sollte ein eigenes Briefkopf-Design mit Logo, Farben und Kontaktdaten des Partnerunternehmens tragen; eine angepasste Fußzeile mit spezifischen Ansprechpartnern; und leicht unterschiedlichen Fließtext, sodass es wirkt, als habe das jeweilige Unternehmen den LOI selbst verfasst. Weise beim Übersenden darauf hin, dass Partner den Vorlagentext gerne in ihre eigene Briefvorlage kopieren können.

5. Was sind die fünf häufigsten LOI-Fehler?

1. Zu allgemein: 'Wir freuen uns auf eine Kooperation' ohne Details. 2. Fehlende Fristen: keine klare Angabe, bis wann die Prüfung abgeschlossen sein soll. 3. Keine Vertraulichkeitserklärung: besonders heikel bei hochsensiblen Technologien. 4. Einheits-Layout: Jeder LOI sieht gleich aus. 5. Unterschrift fehlt oder unleserlich: Unglaubwürdigkeit beim Gutachter.

Verwende für jeden Partner ein angepasstes Word- oder PDF-Template.
Hole echte Unterschriften ein – digital per DocuSign oder als gescanntes Original.

6. Wie viele LOIs - und von wem?

Schon ein glaubwürdiger LOI stärkt einen Antrag; drei bis fünf von benannten, idealerweise bekannten Unternehmen sind das praktische Ziel für B2B. Qualität schlägt Quantität: Ein konkreter, unterschriebener Brief auf echtem Briefkopf von einem wiedererkennbaren Käufer wiegt mehr als zehn generische. Bei B2C unterschreiben Endnutzer:innen selten LOIs - ziel stattdessen auf Multiplikatoren (Händler, Vertrieb, Verbände, institutionelle Käufer) und untermauere den Rest mit Umfragen, Voranmeldungen oder Zahlungsbereitschaftsdaten. Die fünf Fehler eines abgelehnten EXIST-Antrags enthalten fast immer dünne oder fehlende Marktbelege.

7. LOI, MoU, Vorvertrag oder Term Sheet?

Diese werden ständig verwechselt, und das falsche Dokument verschreckt Partner. Das ist keine Rechtsberatung - kläre Details mit einer Anwältin - aber die praktische Unterscheidung ist einfach.

LOI / Interessensbekundung: unverbindliche Interessenserklärung; jede Seite kann ohne Grund aussteigen. Genau das will EXIST.
MoU (Memorandum of Understanding): im Kern ein weicher LOI - hält das gegenseitige Verständnis fest, weiterhin unverbindlich.
Vorvertrag: bindend - er verpflichtet beide Seiten, den Hauptvertrag abzuschließen. Viel schwerer als nötig.
Term Sheet: fasst die Eckdaten eines Investment-Deals zusammen - relevant für VC-Runden, nicht für Kundenvalidierung.

8. 'Letter of Intent' oder 'Interessensbekundung' - wie solltest du es nennen?

Ein praktischer Tipp, der Wochen spart: Nenn das Dokument 'Interessensbekundung', nicht 'Letter of Intent'. Formelle, juristisch klingende Sprache löst oft die Rechtsabteilung des Partners aus, und eine Prüfung dort kann einen simplen Brief wochenlang aufhalten. Ein weicher LOI - freundlich, eine Seite, ausdrücklich unverbindlich - geht durch. Widersteh dem Drang, bindende Klauseln (Exklusivität, fixe Preise) einzubauen, um ernst zu wirken: Ein 'harter' LOI verschreckt Konzerne, und EXIST braucht ihn nicht. Stell die Unverbindlichkeitsklausel klar nach vorne.

9. Wie sieht ein fertiger LOI aus? (Beispiel zum Kopieren)

Halt es auf eine Seite auf dem Briefkopf des Partners. Ein brauchbares Gerüst: eine Überschrift 'Interessensbekundung', dann 'Hiermit bekunden wir, die [Partnerunternehmen GmbH], unser grundsätzliches Interesse an der Lösung von [Startup] zur [kurze Problembeschreibung].' Ergänze zwei Sätze zum konkreten Nutzen ('Die Lösung würde uns helfen, [Nutzen] zu erreichen.'), einen ausdrücklichen Unverbindlichkeitssatz ('Diese Absichtserklärung ist unverbindlich und begründet keine Rechtsansprüche.') und schließe mit 'Ort, Datum' samt Unterschriftszeile mit Name und Funktion. Das ist das ganze Dokument - kurz, konkret, unterschrieben.

10. So bittest du wirklich um einen LOI - und wann du startest

Bitte den Partner nicht, ihn zu schreiben - schreib ihn für ihn. Schick eine kurze, freundliche E-Mail mit dem vorausgefüllten Einseiter als bearbeitbare Datei im Anhang, erklär in einer Zeile, dass es eine unverbindliche Interessenserklärung für eine Forschungsförderung ist, und bitte darum, ihn auf den eigenen Briefkopf zu setzen und zu unterschreiben. Mach es zu einem Fünf-Minuten-Gefallen, nicht zu einer Hausaufgabe. Starte früh: Unterschriften einzuholen kann Wochen dauern, bei großen Konzernen oft Monate - beginne die LOI-Akquise, sobald du den Antrag startest, nicht in der Woche vor der Frist.

Häufige Fragen

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Julia Yukovich

Co-Founder + CEO

Julia ist eine der Co-Founder. Sie kümmert sich um Design, Entwicklung, Produkt-Richtung und den Großteil der Support-Antworten am Morgen.

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