Anleitungen
Wie du überzeugende LOIs schreibst, die echte Markttraction beweisen – und warum jeder anders aussehen muss.

Auf einen Blick
Wähle benannte potenzielle Kund:innen oder Partner, die deine Lösung glaubwürdig nutzen würden - idealerweise einige wiedererkennbare Namen. Für B2C listest du Multiplikatoren, keine Endnutzer:innen.
Passe die Vorlage je Partner an: ihr Logo und ihre Farben, zwei Sätze zum konkreten Nutzen und eine ausdrückliche Unverbindlichkeitsklausel. Nenn es 'Interessensbekundung', nicht 'Letter of Intent'.
Schick die bearbeitbare Datei mit einer Zeile Kontext - eine unverbindliche Interessenserklärung für eine Forschungsförderung - und bitte um Briefkopf und Unterschrift. Mach es zu einem Fünf-Minuten-Gefallen.
Hak nach einer Woche höflich nach. Akzeptiere eine gescannte oder digitale Unterschrift mit Ort, Datum, Name und Funktion. Beginne Wochen vor der Frist - Konzern-Unterschriften sind langsam.
Ein LOI ist eine unverbindliche Absichtserklärung zwischen zwei Parteien, die vor Abschluss eines Hauptvertrags die Eckpunkte der Zusammenarbeit festhält. Für den EXIST-Antrag gilt: Mindestens drei LOIs von potenziellen Kunden oder Partnern zeigen, dass echtes Interesse besteht und deine Idee marktfähig ist. Das ist für B2B-Geschäftsmodelle relevant. Bei B2C benötigst du andere Nachweise für den Marktbedarf – Umfragen, Voranmeldezahlen oder Zahlungsbereitschaftsdaten.
Kostenlose LOI-Vorlage (.docx)
Lade unsere fertige Word-Vorlage herunter. Trage deine Firmendaten ein, passe den Fließtext je Partner an und hole echte Unterschriften.
Gutachter suchen nach greifbaren Nachweisen. LOIs belegen echte, konkrete Absichten seitens der Wirtschaft und reduzieren das wahrgenommene Risiko deines Projekts. Ohne LOIs wirkt selbst die beste Idee theoretisch und weniger überzeugend — das EXIST-Ideenpapier verlangt mindestens drei benannte Kundengespräche. Ein LOI zeigt auch, dass du auf Menschen zugehen, Gespräche mit deinem relevanten Kundenstamm führen und eine Unterschrift einholen kannst.

Ein standardisierter LOI enthält: Parteien (dein Startup und das Partnerunternehmen), Zweck und Gegenstand (Kurzbeschreibung des Projekts oder der Dienstleistung), Vertraulichkeit (Hinweis, dass alle Details vertraulich behandelt werden), Prüfprozess (Zeitrahmen für technische und rechtliche Prüfung), Rechtswirkung (Klarstellung, dass keine bindende Verpflichtung entsteht) und Unterschriften (Ort, Datum, Unterschrift beider Seiten).
Damit deine LOIs maximal überzeugen, sollten sie nicht alle identisch aussehen. Jede Absichtserklärung sollte ein eigenes Briefkopf-Design mit Logo, Farben und Kontaktdaten des Partnerunternehmens tragen; eine angepasste Fußzeile mit spezifischen Ansprechpartnern; und leicht unterschiedlichen Fließtext, sodass es wirkt, als habe das jeweilige Unternehmen den LOI selbst verfasst. Weise beim Übersenden darauf hin, dass Partner den Vorlagentext gerne in ihre eigene Briefvorlage kopieren können.
1. Zu allgemein: 'Wir freuen uns auf eine Kooperation' ohne Details. 2. Fehlende Fristen: keine klare Angabe, bis wann die Prüfung abgeschlossen sein soll. 3. Keine Vertraulichkeitserklärung: besonders heikel bei hochsensiblen Technologien. 4. Einheits-Layout: Jeder LOI sieht gleich aus. 5. Unterschrift fehlt oder unleserlich: Unglaubwürdigkeit beim Gutachter.
Schon ein glaubwürdiger LOI stärkt einen Antrag; drei bis fünf von benannten, idealerweise bekannten Unternehmen sind das praktische Ziel für B2B. Qualität schlägt Quantität: Ein konkreter, unterschriebener Brief auf echtem Briefkopf von einem wiedererkennbaren Käufer wiegt mehr als zehn generische. Bei B2C unterschreiben Endnutzer:innen selten LOIs - ziel stattdessen auf Multiplikatoren (Händler, Vertrieb, Verbände, institutionelle Käufer) und untermauere den Rest mit Umfragen, Voranmeldungen oder Zahlungsbereitschaftsdaten. Die fünf Fehler eines abgelehnten EXIST-Antrags enthalten fast immer dünne oder fehlende Marktbelege.
Diese werden ständig verwechselt, und das falsche Dokument verschreckt Partner. Das ist keine Rechtsberatung - kläre Details mit einer Anwältin - aber die praktische Unterscheidung ist einfach.
Ein praktischer Tipp, der Wochen spart: Nenn das Dokument 'Interessensbekundung', nicht 'Letter of Intent'. Formelle, juristisch klingende Sprache löst oft die Rechtsabteilung des Partners aus, und eine Prüfung dort kann einen simplen Brief wochenlang aufhalten. Ein weicher LOI - freundlich, eine Seite, ausdrücklich unverbindlich - geht durch. Widersteh dem Drang, bindende Klauseln (Exklusivität, fixe Preise) einzubauen, um ernst zu wirken: Ein 'harter' LOI verschreckt Konzerne, und EXIST braucht ihn nicht. Stell die Unverbindlichkeitsklausel klar nach vorne.
Halt es auf eine Seite auf dem Briefkopf des Partners. Ein brauchbares Gerüst: eine Überschrift 'Interessensbekundung', dann 'Hiermit bekunden wir, die [Partnerunternehmen GmbH], unser grundsätzliches Interesse an der Lösung von [Startup] zur [kurze Problembeschreibung].' Ergänze zwei Sätze zum konkreten Nutzen ('Die Lösung würde uns helfen, [Nutzen] zu erreichen.'), einen ausdrücklichen Unverbindlichkeitssatz ('Diese Absichtserklärung ist unverbindlich und begründet keine Rechtsansprüche.') und schließe mit 'Ort, Datum' samt Unterschriftszeile mit Name und Funktion. Das ist das ganze Dokument - kurz, konkret, unterschrieben.
Bitte den Partner nicht, ihn zu schreiben - schreib ihn für ihn. Schick eine kurze, freundliche E-Mail mit dem vorausgefüllten Einseiter als bearbeitbare Datei im Anhang, erklär in einer Zeile, dass es eine unverbindliche Interessenserklärung für eine Forschungsförderung ist, und bitte darum, ihn auf den eigenen Briefkopf zu setzen und zu unterschreiben. Mach es zu einem Fünf-Minuten-Gefallen, nicht zu einer Hausaufgabe. Starte früh: Unterschriften einzuholen kann Wochen dauern, bei großen Konzernen oft Monate - beginne die LOI-Akquise, sobald du den Antrag startest, nicht in der Woche vor der Frist.
Häufige Fragen
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Geschrieben von
Co-Founder + CEO
Julia ist eine der Co-Founder. Sie kümmert sich um Design, Entwicklung, Produkt-Richtung und den Großteil der Support-Antworten am Morgen.
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