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IGP - Innovationsprogramm: BMWK-Förderung für neue Geschäftsmodelle

Nicht-verwässernde BMWE-Förderung für nicht-technische Innovation - Geschäftsmodelle, Dienstleistungen, Plattformen, Pionierlösungen. Zwei Projekttypen, ein Jury-Pitch und ein Ziel, an dem das Programm dich misst: mehr Umsatz und mehr Arbeitsplätze.

IGP
BMWK
Finn Glas
Finn GlasCo-Founder + Engineering
·28. Juni 2026·
8 Min. Lesezeit
·Aktualisiert

Auf einen Blick

Zwei Projekttypen: Machbarkeitsprojekt (≤12 Monate, bis 80.000 € förderfähige Kosten, Quote bis 70%) und Marktreifeprojekt (≤24 Monate, bis 330.000 € förderfähige Kosten, bis 55%). Kleinstunternehmen erhalten die Höchstquote; für kleine/mittlere sinkt sie, bis 75% für gemeinnützige KMU und 100% für Forschungseinrichtungen.
Nur nicht-technische Innovation - Geschäftsmodelle, Dienstleistungen, Plattformen, organisatorische und Pionierlösungen. Bei FuE-Produkt/-Prozess gehört es zu KMU innovativ.
Themen-Calls + ein Jury-Pitch entscheiden über die Aufnahme - und gemessen wird das Programm letztlich an seiner wirtschaftlichen Wirkung: Umsatzwachstum und neue Arbeitsplätze. Sag dieses Ziel im Antrag klar.
Wichtig zum aktuellen Call: Jüngste IGP-Calls fördern nur Verbundprojekte mit mindestens zwei beteiligten Unternehmen - Einzelanträge sind nicht mehr förderfähig. Prüfe immer die aktuelle Bekanntmachung auf Thema, Stichtag und Regeln des offenen Calls, bevor du darauf aufbaust.
Schritt für Schritt
1

Fit prüfen und Projekttyp wählen

Bestätige, dass deine Idee nicht-technische Innovation ist (Geschäftsmodell, Dienstleistung, Plattform) und du ein KMU mit Sitz in Deutschland bist. Wähle Machbarkeit (≤12 Monate) oder Marktreife (≤24 Monate) - ein Wechsel ist später nicht möglich.

2

Verbundpartner finden

Jüngste Calls fördern nur Konsortien mit mindestens zwei Unternehmen. Finde einen Partner, der mindestens 20% der Arbeit übernimmt und nicht wirtschaftlich mit dir verbunden ist; eine Forschungseinrichtung kann beitreten (gedeckelt bei 50%).

3

Projektskizze über positron:s einreichen

Bereite die Projektskizze inklusive IGP-Poster und Business-Sheet vor und reiche sie über die Plattform positron:s vor dem Stichtag des Calls ein. Die Skizze kann nach Einreichung nicht geändert werden.

4

Vor der Jury pitchen, dann Vollantrag stellen

Teams auf der Shortlist pitchen vor einer Jury. Überzeugst du, stellst du den Vollantrag über easy-Online. Plane rund sechs Monate von der Skizze bis zum Bewilligungsbescheid; die Entscheidung liegt bei der Jury.

5

Projekt durchführen und berichten

Nach der Bewilligung rufst du Mittel quartalsweise und rückwirkend gegen Kostennachweis über profi-Online ab, führst tägliche Stundennachweise und reichst den Verwendungsnachweis innerhalb von drei Monaten nach Projektende ein. VDI/VDE-IT ist dein Ansprechpartner.

Was als 'Geschäftsmodell-Innovation' zählt

Das IGP fördert Konzeption und Pilotierung neuer Wertschöpfungsformen - Subscription-Modelle für vorher verkaufte Produkte, Marktplatzstrukturen, Plattform-Business, neue Preislogiken, Einbindung unterrepräsentierter Nutzungsgruppen, nachhaltigkeitsgetriebene Geschäfts-Redesigns. Technische Neuheit ist nicht erforderlich; markt- oder betriebliche Neuheit im Segment schon.

Machbarkeits- vs Marktreifeprojekt

Das IGP fördert die Idee, nicht die Technik — Geschäftsmodelle, Dienstleistungen, Apps und Plattformen, Designprozesse, New Work, Pionierlösungen. Zwei Projekttypen nebeneinander. Ein Machbarkeitsprojekt läuft bis 12 Monate, mit bis zu 80.000 € förderfähigen Kosten zu höherer Quote (bis 70% für Kleinstunternehmen) — es klärt 'ist das tragfähig?'. Ein Marktreifeprojekt läuft bis 24 Monate, mit bis zu 330.000 € förderfähigen Kosten zu niedrigerer Quote (bis 55%) — es bringt eine validierte Idee an den Markt. Darin: Personalkosten max. 100.000 € pro Person/Jahr, Unteraufträge max. 40% der Personalkosten, übrige Kosten 50% (75% in Ausnahmen) der Personalkosten.

IGP-Infografik mit Vergleich von Machbarkeits- und Marktreife-Projekt samt Förderquoten und LaufzeitenHerunterladen
Tippe auf die Infografik, um sie herunterzuladen.

Wer antragsberechtigt ist

KMU nach EU-Definition (<250 Mitarbeitende, <50 Mio. € Umsatz oder <43 Mio. € Bilanzsumme) mit Sitz in Deutschland. Startups unter 5 Jahre alt sind förderfähig. Die Unternehmensgröße bestimmt die Förderquote — Kleinstunternehmen erhalten die höchste, dann kleine und mittlere; gemeinnützige KMU bis 75% und Forschungseinrichtungen bis 100%, was sie zu starken Projektpartnern macht.

Was du einreichst

Zwei Stufen. Zuerst eine Projektskizze — inklusive IGP-Poster und Business-Sheet — eingereicht über die Plattform positron:s. Überzeugende Teams pitchen vor einer Jury; danach folgt der Vollantrag. In beiden abdecken: Ausgangslage und Markt, Innovationskonzept (was ist neu und warum jetzt), Umsetzungsplan mit Meilensteinen, Markt- und Wettbewerbsanalyse, Verwertungsplan, Risikoanalyse und detailliertes Budget. Projektträger ist der VDI/VDE — Ansprechpartner für Fragen und später für Zwischenberichte, Abschlussbericht und Verwendungsnachweise.

Timeline

Stichtage meist ein- bis zweimal pro Jahr pro Call. Vom Einreichen bis zum Bewilligungsbescheid: ~6 Monate. Entscheidung kommt schriftlich mit Gutachten-Feedback. Förderzeitraum startet meist 1-3 Monate nach der Entscheidung; Erstattung gegen quartalsweise Mittelabrufe auf entstandene Kosten.

Was dir ein IGP-Projekt wirklich bringt

Der offensichtliche Teil ist das Geld — eine nicht-verwässernde Förderung, die den Großteil der förderfähigen Kosten deckt, sodass du die Arbeit ohne Anteilsabgabe finanzierst. Der größere Ertrag ist validierter Nachweis auf drei Achsen: Proof of Concept (ist die Idee überhaupt machbar?), Proof of Feasibility (trägt sie sich wirtschaftlich und organisatorisch?) und Proof of Value (will die Zielgruppe sie wirklich?). Selbst der Jury-Pitch lohnt sich — ihn zu bauen schärft die Idee, und die Fragen der Jury legen offene Risiken und die nächsten konkreten Schritte frei.

Im Anschluss berichten geförderte Teams meist genau die Effekte, auf die das Programm zielt: Umsatzwachstum, neue Einstellungen, neue nationale und internationale Märkte, neue Zielgruppen sowie mehr Sichtbarkeit und Reputation. Das IGP ist darauf ausgelegt, das auszulösen — nicht, einen schönen Prototyp zu subventionieren, der nirgendwo hinführt.

Das Ziel, das Gutachten belohnen: mehr Umsatz, mehr Arbeitsplätze

Was Gründer:innen unterschätzen: Das IGP wird letztlich an der wirtschaftlichen Wirkung gemessen — wächst beim geförderten Unternehmen der Umsatz und die Mitarbeitendenzahl? Das ist, neben Wettbewerbsfähigkeit und neuen Märkten, die eigentliche Erfolgskennzahl. Gutachten wählen nach Innovationsgrad, digitalem Mehrwert, Marktpotenzial und glaubwürdigem Team aus — aber all das dient diesem wirtschaftlichen Ergebnis.

Sag es also im Antrag klar. Benenne das Ziel — die Umsatz- und Mitarbeitenden-Entwicklung, die du anstrebst — und zieh dann die Linie dorthin: welche Meilensteine die geförderte Arbeit in zahlende Kund:innen verwandeln und wie dieser Umsatz in Einstellungen umschlägt. Ein Antrag, der 'geförderte Innovation → mehr Umsatz → mehr Arbeitsplätze' mit konkreten Zahlen verbindet, schlägt ein kluges Konzept, das das wirtschaftliche Ergebnis offenlässt. Dein Verwertungsplan ist genau der Ort für diese Linie.

Förderquoten nach Unternehmensgröße

Deine Förderquote sinkt mit der Unternehmensgröße und unterscheidet sich zwischen den zwei Projekttypen. Beim Machbarkeitsprojekt verläuft die Leiter grob: gemeinnützige KMU 75%, Kleinstunternehmen 70%, kleine 65%, mittlere 60%. Beim Marktreifeprojekt ist sie durchweg niedriger: gemeinnützig 60%, Kleinst 55%, klein 50%, mittel 45%. Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden bis 100% gefördert, aber bei 180.000 € gedeckelt - weshalb sie eher starke Projektpartner als Hauptantragsteller sind. Quoten und Deckel werden je Call festgelegt - prüfe sie gegen die offene Bekanntmachung.

Verbundprojekte und Kooperationsregeln

Jüngste Calls haben das IGP zu Verbundprojekten verschoben: Der offene Call fördert nur Konsortien mit mindestens zwei beteiligten Unternehmen - plane also mit einem Partner statt mit einem Einzelantrag (prüfe die aktuelle Bekanntmachung). Die Beträge skalieren mit dem Verbund: Ein Machbarkeits-Konsortium erreicht bis ~150.000 € gesamt, ein Marktreife-Konsortium bis ~600.000 €, zusätzlich zu den Pro-Partner-Deckeln (80.000 € / 330.000 €). Die Regeln halten es zu einer echten Kooperation: Jeder Partner muss mindestens 20% der Arbeit tragen (in Personenmonaten), ein Verbund hat höchstens fünf Partner, Forschungseinrichtungen sind auf 50% von Kosten und Arbeit gedeckelt, und wirtschaftlich verbundene Firmen zählen als eine Einheit - zwei deiner eigenen Unternehmen können das verlangte Paar also nicht bilden. Ausländische Unternehmen dürfen kooperieren, erhalten aber keine Förderung (nur als Unterauftragnehmer).

Welche Kosten förderfähig sind

Das IGP erstattet entstandene Kosten, keine Pauschale. Personalkosten (Bruttolöhne) sind der Kern, gedeckelt bei 100.000 € pro Person und Jahr. Aufträge an Dritte sind auf 40% der Personalkosten begrenzt, und 'sonstige' Kosten (Gemeinkosten, Material usw.) laufen bei Unternehmen auf 50% - in Ausnahmen bis 75% - der Personalkosten. Achte auf das Besserstellungsverbot: Liegt der öffentliche Finanzierungsanteil über 50%, dürfen Gehälter die TVöD-Bund-Tabelle nicht übersteigen. Vorarbeiten vor der Bewilligung sind auf eigenes Risiko und werden nicht rückwirkend erstattet.

Was nach der Bewilligung kommt

Der Zuschlag ist der Anfang der Verwaltung, nicht das Ende. Auszahlung erfolgt quartalsweise und rückwirkend - du gibst zuerst aus und rufst dann gegen Kostennachweis über das Portal profi-Online ab. Du führst tägliche Stundennachweise (monatlich unterschrieben), legst Belege für Unteraufträge über einer niedrigen Schwelle vor und reichst den finalen Verwendungsnachweis innerhalb von drei Monaten nach Projektende ein; Vor-Ort-Prüfungen sind möglich. Ein Constraint-Paar lohnt sich vorab zu wissen: Die Projektskizze kann nach Einreichung nicht überarbeitet werden, und du kannst den Projekttyp nicht mitten im Wettbewerb wechseln - bring Typ und Scope also vor der Einreichung in Ordnung.

Häufige Fragen

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Finn Glas

Geschrieben von

Finn Glas

Co-Founder + Engineering

Finn ist einer der Co-Founder. Er verantwortet Engineering, Infrastruktur und die meisten nächtlichen Fixes, die ausgerollt werden, bevor jemand etwas merkt.

finn.glas at aicuflow dot comLinkedInWebsite