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DFG-Sachbeihilfe: die Arbeitspferd-Förderung der deutschen Forschung

Keine Obergrenze, keine Karrierestufen-Filter, alle Fachrichtungen. Der Haken: reines Peer-Review nach wissenschaftlichem Mehrwert - und der Antragsstil verzeiht nichts.

DFG
Forschungsförderung
Finn Glas
Finn GlasCo-Founder + Engineering
·28. Juni 2026·
3 Min. Lesezeit
·Aktualisiert

Auf einen Blick

Keine fixe Obergrenze - typische Projekte laufen 3 Jahre und kosten 200-500k € inkl. Personal.
Offen für alle Fachbereiche und alle Karrierestufen ab Postdoc.
2-3 externe Peer-Gutachten in deiner Subdisziplin. Wissenschaftlicher Mehrwert ist das Kriterium.
Schritt für Schritt
1

Antragsberechtigung prüfen und Förderlinie wählen

Stelle sicher, dass du promoviert und an einer deutschen Forschungseinrichtung angebunden bist - es gilt kein Professur-Zwang und kein Karrierestufen-Filter. Gruppenleiter:innen beantragen meist Personal plus Verbrauch; Junior-Forschende ohne Festanstellung beantragen die Eigene Stelle, die auch das eigene Gehalt finanziert.

2

elan-Account frühzeitig anlegen

Anträge werden über das DFG-Portal elan eingereicht, und die Account-Anlage dauert rund zwei Wochen - leg ihn deutlich vor der geplanten Einreichung an, nicht am letzten Tag.

3

Die 20-seitige Projektbeschreibung schreiben

Halte die Formvorgabe ein - eine Überschreitung führt mechanisch zur Ablehnung. Behandle Stand der Forschung (zitiere deine Vorarbeiten großzügig), quantifizierte Ziele, ein Arbeitsprogramm mit messbaren Meilensteinen, konkrete Methoden, Vorarbeiten, Relevanz und Zeitplan.

4

Das Projekt nach dem Vollkostenprinzip budgetieren

Plane Personalkosten als Kern, dazu Verbrauchsmaterial, Geräte ab 10.000 € bei wissenschaftlicher Begründung, Reisen und Publikationskosten. An Hochschulen kommt eine Pauschale von 22% Overhead auf die Projektkosten obendrauf.

5

Jederzeit einreichen - es gibt keine Stichtage

Die Einreichung ist laufend - du reichst über elan ein, sobald der Antrag fertig ist, statt eine Call-Frist zu jagen.

6

Begutachtung und Entscheidung

Zwei bis drei externe Peer-Gutachten in deiner Subdisziplin bewerten den wissenschaftlichen Mehrwert, danach folgt ein Panel. Rechne mit rund 6-8 Monaten bis zur Entscheidung. Eine Ablehnung kommt mit Gutachten-Kommentaren, und eine inhaltlich überarbeitete Nachreichung ist zulässig und oft erfolgreich. Eine Bewilligung ist nicht garantiert.

Was finanziert die Sachbeihilfe?

Personalkosten (Postdocs, Promovierende, Techniker:innen, studentische Hilfskräfte), Verbrauchsmaterial, Geräte ab 10.000 € bei wissenschaftlicher Begründung, Reisen, Publikationskosten und projektspezifische Software. Die DFG arbeitet nach dem Vollkostenprinzip - Overhead wird mit 22% Pauschale auf Projektkosten an Hochschulen finanziert.

Wer ist für eine DFG-Sachbeihilfe antragsberechtigt?

Jede:r promovierte Forschende:r mit Anbindung an eine deutsche Forschungseinrichtung. Keine Professur nötig. Junior-Forschende ohne Festanstellung können die Eigene Stelle beantragen - die DFG zahlt dann auch dein Gehalt. Gruppenleiter:innen beantragen meist Personal + Verbrauch; PIs aller Stufen sind gleichermaßen willkommen.

Wie sieht ein Antrag aus, der das DFG-Review übersteht?

Zwanzig Seiten Projektbeschreibung (Formvorgabe, Überschreitung führt mechanisch zur Ablehnung). Abschnitte: Stand der Forschung mit Zitaten der eigenen Vorarbeiten, Ziele, Arbeitsprogramm mit messbaren Meilensteinen, Methoden (Details zählen: welche Mauslinie, welches Spektrometer, welches Statistikmodell), Vorarbeiten, Relevanz, Zeitplan.

Zitiere deine Vorarbeiten großzügig - so prüfen Gutachten, ob du liefern kannst.
Ziele quantifizieren: 'X charakterisieren' fliegt; 'X über drei Temperaturbereiche mit ±5% Genauigkeit charakterisieren' geht durch.
Eingereicht wird über das elektronische Antragssystem 'elan'. Account-Anlage dauert 2 Wochen - nicht auf den letzten Tag legen.

Wie lange dauert die DFG-Entscheidung?

Einreichung ist laufend - keine Stichtage. Vom Einreichen bis zur Entscheidung: 6-8 Monate (2-3 Monate für die Gutachter-Pool-Phase, 1-2 für die Panelsitzung, dann formale Bewilligung). Förderquote schwankt fachabhängig zwischen 25-35%. Eine Ablehnung kommt mit Gutachten-Kommentaren; eine inhaltlich überarbeitete Nachreichung ist zulässig und oft erfolgreich. Für Forschungs-Industrie-Kooperationen eignen sich ergänzend BMBF-Verbundprojekte.

Häufige Fragen

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Finn Glas

Geschrieben von

Finn Glas

Co-Founder + Engineering

Finn ist einer der Co-Founder. Er verantwortet Engineering, Infrastruktur und die meisten nächtlichen Fixes, die ausgerollt werden, bevor jemand etwas merkt.

finn.glas at aicuflow dot comLinkedInWebsite